Insgesamt gehört Algerien zu den reichsten Ländern in Afrika, was vor allem an dem Pro Kopf Einkommen zu sehen ist. Die regierende Einheitspartei mit dem Namen Front de Libèration Nationale setzte nach der Unabhängigkeit vor allem auf eine stattlich organisierte Planwirtschaft. Hinzu kam ein so genannter algerischer Sozialismus.
Die Wirtschaft Algeriens historisch gesehen
Zunächst funktionierte diese eher ineffiziente Staatswirtschaft auch sehr gut, was vor allem an den hohen Einnahmen des Gas- und Ölexports lag. In den 80ern kam es jedoch aufgrund der sinkenden Ölpreise zu hohen sozialen Spannungen. Diese gingen soweit, dass es im Jahre 1988 zu einem blutigen Bürgerkrieg kam. In den 90er Jahren kam es dann dennoch zu einer Stabilisierung der Regierung. Diese verfolgte nun auch das Ziel einer zunehmenden Privatisierung im Wirtschaftssektor. Allerdings war die zuvor verwendete Planwirtschaft nicht gerade einer guter Nährboden für die nun folgende Wirtschaft in Algerien.
Das Staatsunternehmen
Wird die Wirtschaft in Algerien betrachtet, so kann noch heute festgestellt werden, dass der Bankensektor und die Industrie noch immer durch den Staat beherrscht wird. Zwar gibt es Sektoren, welche bei der Privatisierung der Industrie im Vordergrund stehen, dennoch ist es so, dass dies nur sehr langsam voran schreitet. Wichtige Industriezweige für die Privatisierung sind vor allem die Hersteller von Düngemitteln, sowie die pharmazeutischen und petrochemischen Unternehmen. Werden nun die Bankbereiche betrachtet, so gibt es genau sechs Institute staatlicher Herkunft, die dominieren. Zwar ist auch hier die Privatisierung vorgesehen. Jedoch ist es so, dass diese wegen der Finanz- und Bankenkrise erst einmal aufgeschoben wurde. An dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass es bis heute so ist, dass die Staatsbanken Kredite vergeben, welche an unrentable Staatsunternehmen gehen. Diese werden dann auch meist nicht zurück gezahlt und schaden somit der Wirtschaft in Algerien.
Diversifizierung und Energiesektor
Die Wirtschaft in Algerien ist auch heute noch sehr stark von dem Energiesektor abhängig. Dieser Sektor wird von der Gas- und Ölgesellschaft Sonatrach beherrscht, welche natürlich ebenfalls dem Staat gehört. Im Jahr 2007 war es so, dass ganze 98 % der Export von Waren auf den Sektor der Energie entfielen. Da die Regierung einen weiteren Ausbau des Energiesektors plant wird die Abhängigkeit der algerischen Wirtschaft auch weiterhin steigen. Vor allem auch dann, wenn es zur Steigung der Ölpreise kommt. Somit ist das Hauptziel der Regierung eine Diversifikation der Wirtschaft zu erreichen. Dies bedeutet, dass auch die Wirtschaft außerhalb des Energiesektors ausgebaut werden muss. Wobei die Hoffnungen in dieser Hinsicht auf den Sektoren von Informationstechnologie, Bauwirtschaft, Tourismus und Transport liegen. Die Baubranche beispielsweise erhielt in der letzten Zeit einen sehr guten Wachstumsimpuls. Dies liegt zwar auch an der staatlichen Investition in Sachen Wohnungsbau, ist aber in dieser Hinsicht eine gute Investition. Im Jahr 2005 wurde sogar ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterschrieben. Dies beinhaltet, dass innerhalb von zwölf Jahren alle Handelsschranken wegfallen müssen und somit eine Freihandelszone, zwischen der EU und Algerien zustande kommt. Inwieweit dies in den nächsten Jahren wirklich in die Tat umgesetzt werden kann, steht jedoch noch in den Sternen. Immerhin müsste in dieser Hinsicht wirklich noch viel passieren, um dieses Ziel erreichen zu können.
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